Das Unternehmerportal der Berliner Volksbank
Arbeiten

Studie: Enttäuschte Büroangestellte rächen sich an Ex-Chefs

FOTONACHWEIS

© Klaus Eppele - Fotolia.com

Das Thema Datenschutz ist aktueller denn je. Doch ein Datenverlust droht nicht nur durch Hacker und Spione: Unternehmen können wichtige Daten verlieren, wenn sie es versäumen, dem Gefühlschaos enttäuschter, entlassener Mitarbeiter Herr zu werden.

Das zeigt eine internationale Studie des Informationsmanagement- und Datenschutz-Spezialisten Iron Mountain unter mehr als 5.000 Befragten. Für die Studie wurden auch mehr als 1.000 deutsche Teilnehmer befragt.

Demnach würden16 Prozent der deutschen Büroangestellten sich an ihrem ehemaligen Arbeitgeber rächen, wenn sie für etwas verantwortlich gemacht würden, für das sie aus ihrer Sicht keine Schuld trifft. 13 Prozent würden dies bei einem Jobverlust und elf Prozent bei sexueller Belästigung tun.

Dabei würde mehr als ein Viertel der deutschen Büroangestellten (28 Prozent) den Gefühlen mit firmeninternen E-Mails an Kollegen freien Lauf lassen. Ähnlich viele Befragte würden in E-Mails Dampf ablassen, die an Familie und Freunde gerichtet sind. 17 Prozent würden dies in sozialen Netzwerken tun.

Rache führt zur Entwendung geschäftskritischer Daten

Immerhin sechs Prozent würden durch die vorsätzliche Mitnahme von vertraulichen oder sensiblen Informationen aus dem Büro Rache nehmen – unabhängig davon, ob diese etwas mit dem eigentlichen Vorfall zu tun haben.

Diese Daten würden enttäuschte Mitarbeiter laut Studie bei einem Jobwechsel aus Rache mitgehen lassen:

  • Präsentationen (57 Prozent)
  • wertvolle Kundendaten (46 Prozent)
  • Strategiepapiere (30 Prozent)
  • Angebote (28 Prozent)
  • Produkt-Roadmaps (15 Prozent).

Das Problem: In falschen Händen können diese Informationen den Wettbewerbsvorteil eines Unternehmens, die Markenreputation und die Kundentreue ernsthaft schädigen.

Verantwortungsvoll mit Mitarbeitern umgehen

Beim Verhalten von Angestellten bezüglich brisanter Geschäftsinformationen siege manchmal das Herz über den Verstand, so Hans-Günter Börgmann, Geschäftsführer von Iron Mountain Deutschland: „Unternehmen sollten realisieren, dass die Verantwortung für Informationssicherheit weit über die üblichen Vorschriften und Verfahren hinausgeht. Hier sollten vielmehr ein verantwortungsvollerer Umgang mit Angestellten sowie zielgerichtete Mitarbeiterschulungen im Vordergrund stehen.“