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Empathie: Warum der Mensch zur Einfühlung geschaffen ist

FOTONACHWEIS

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Wer mit anderen leidet und sich mit anderen freut, schafft Bindungen. Empathie ist die Grundvoraussetzung für ein funktionierendes Zusammenleben von Menschen. Die Fähigkeit, mit anderen mitzufühlen ist dem Menschen angeboren. Wissenschaftler machen die Spiegelneuronen im Gehirn dafür verantwortlich. Italienische Forscher haben diesen Typ von Nervenzellen im Jahr 1992 entdeckt. Dass sich Menschen vom Gelächter oder auch vom Gähnen anderer anstecken lassen – gewissermaßen das Basisprogramm des Mitempfindens – ist zum Beispiel auf die Aktivität der Spiegelneuronen zurückzuführen.

In welchem Ausmaß ein Mensch die Gefühle anderer nachempfinden kann, wird jedoch auch vom seinem Umfeld mitbestimmt. Wer als Kind eine liebevolle und einfühlsame Behandlung erfährt, wird später selbst zur Empathie fähig sein. Wer hingegen in frühester Jugend Gewalt und Missachtung erfährt und sich daraufhin gegen Gefühle unempfindlich macht, wird selbst Probleme bekommen, anderen Menschen mit einer mitfühlenden Haltung zu begegnen.

Empathie erstreckt sich auf positive wie negative Gefühlsempfindungen: Mitleiden und sich mit jemandem freuen sind zwei Seiten der Begabung, die Perspektive eines anderen Menschen einzunehmen. Mitgefühl ist auch in Ehe und Partnerschaft unerlässlich. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass vor allem die „Mitfreude“ zum Gelingen einer Liebesbeziehung beiträgt. Wer sich also über den beruflichen Erfolg des anderen, über dessen Freundschaften und Interessen freut, trägt viel zur Stabilität der Beziehung bei.

In der Lebensmitte, so die Erkenntnisse der Forschung, ist die Fähigkeit der Empathie am größten. Bei jungen Menschen ist sie noch nicht so stark ausgeprägt, im Alter nimmt sie wieder ab.