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BAG-Urteil: Arbeitgeber muss abgelehnten Bewerbern keine Auskunft erteilen

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Ein abgelehnter Stellenbewerber hat keinen Anspruch auf Auskunft darüber, ob der Arbeitgeber einen anderen Bewerber eingestellt hat.

Das hat das Bundesarbeitsgericht in einem aktuellen Urteil entschieden (BAG, 8 AZR 287/08).

Der konkrete Fall

Die Klägerin hatte sich im konkreten Fall 2006 auf die Stelle einer Software-Entwicklerin erfolglos beworben.

Die Arbeitgeberin teilte der Bewerberin nach ihrer Entscheidung nicht mit, ob sie einen anderen Bewerber eingestellt hat und gegebenenfalls, welche Kriterien für diese Entscheidung maßgeblich gewesen waren.

Daraufhin behauptete die in der Russischen SSR geborene Klägerin, sie sei wegen ihres Geschlechts, ihres Alters und ihrer Herkunft nicht zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen worden. Die Voraussetzungen für die ausgeschriebene Stelle habe sie ihrer Meinung nach erfüllt.

Die Arbeitgeberin habe sie unter Verstoß gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) diskriminiert. Die Bewerberin verlangte von der Beklagten eine angemessene Entschädigung.

BAG legte EuGH-Urteil zugrunde

Schon die Vorinstanzen hatten die Klage abgewiesen. Auch der Achte Senat des Bundesarbeitsgerichts sah keinen Anspruch der Klägerin auf die verlangten Auskünfte von Seiten der Arbeitgeberin.

Dabei hatte das BAG eine Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes (EuGH, C-415/10) vom 19. April 2012 zugrunde gelegt: Demnach kann die Verweigerung jedes Zugangs zu Informationen unter Umständen eine Diskriminierung vermuten lassen.

In diesem Fall habe die Klägerin jedoch keine ausreichenden Indizien dafür darlegen können, dass sie wegen ihres Geschlechts, ihres Alters oder ihrer Herkunft benachteiligt worden wäre. Laut BAG wurde die Klägerin auch nicht unzulässig dadurch benachteiligt, dass die Arbeitgeberin jegliche Auskunft verweigert hat.