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Leben

Autofreie Inseln – Inseln der Ruhe

FOTONACHWEIS

© Carmen Steiner - Fotolia.com

Ein Leben ohne Auto ist uns heute schwer vorstellbar, und doch möchte man wenigstens im Urlaub von dem ewigen Hintergrundgeräusch verschont bleiben. Es gibt sie, die autofreien Urlaubsorte und viele sind naturgemäß Inseln. Da sie nur mit Fähren zu erreichen sind, muss das Auto spätestens im Umkreis des Fährhafens abgestellt werden. Hier sollte man vor allem darauf achten, dass der Parkplatz rund um die Uhr bewacht ist.

Wer es kühler liebt

Wer eher den Norden dem Süden vorzieht, der hat in Deutschland die Wahl zwischen den ostfriesischen Inseln Wangerooge, Spiekeroog, Langeoog, Baltrum und Juist. Auch Helgoland ist autofrei. Allerdings ist das starke Reizklima der Nordsee nicht jedermanns Sache. Eine alternative könnte die etwas mildere Ostsee sein: Hier bieten sich als autofreie Inseln Insel Hiddensee westlich von Rügen und die dänische Insel Christiansø nordöstlich von Bornholm an.

Wen es mehr nach Westen zieht, dem seien die Kanalinseln Herm und Sark westlich von Guernsey  empfohlen. Herm ist die kleinste bewohnte Kanalinsel, rund 2,4 Kilometer lang und 800 Meter breit. Sark ist mit 5,5 Quadratkilometer Fläche deutlich größer. Beide Inseln verfügen sowohl über Sandstrände wie über eine Klippenlandschaft, über eine besondere Flora und eine Fauna, die weder Reptilien noch größere wilde Säugetiere kennt. Nicht allzu weit davon entfernt liegt an der Nordküste der Bretagne die Île de Bréhat, die den den Beinamen „L’île des fleurs et des rochers roses“ („Insel der Blumen und der rosa Felsen“) trägt. Hier sorgt der Golfstrom für ein mildes Klima und lässt Pflanzen gedeihen, die sonst nur in wesentlich wärmeren Klimazonen heimisch sind.

Autofrei auch unter südlicher Sonne

Auch wenn der Umweltschutz in Norden Europas eher beheimatet war als im Süden und man sich gerade in südlichen Ländern weniger an Autolärm und Abgasen zu stören scheint, gibt es auch für Wärme- und Sonnebedürftige Inseln, auf denen sie ohne Geräuschs- und Geruchsbelästigung durch Autoverkehr Urlaub machen können. Um in Frankreich zu bleiben: Vor der Côte d’Azur liegt als größte der  Îles d’Hyères oder Îles d’Or die Île de Porquerolles. An der Nordseite der Insel befindet sich ein kleiner Hafen und der Inselort  mit Restaurants und Geschäften, aber auch einige der schönsten Sandstrände. Als passende Lektüre für diese Insel sollte man zwei Romane von Georges Simenon mitnehmen: Mein Freund Maigret und Die Ferien des Monsieur Mahé – beide spielen auf der Île de Porquerolles.

Wo es gar nicht erst Straßen gibt, sondern die Häuser über Treppenwege miteinander verbunden sind, ist die Liparische Insel Alicudi vor der Nordküste Siziliens. Die Liparischen Inseln sind vulkanischen Ursprungs, hier gibt es entsprechende Naturreservate und generell wenig Verkehr, denn die wichtigsten Fortbewegungsmittel sind Golfcarts, Esel und Fahrräder. Alicudi jedoch ist komplett autofrei.

Zwischen Malta und Gozo liegt die kleine nahezu unbewohnte Insel Comino. Hier gibt es ein Hotel, eine Ferienhaussiedlung sowie einen Campingplatz. Hauptattraktion ist der 70 Meter über dem Meeresspeigel gelegene Santa Marija Tower, der als Aussichtspunkt mit Blick auf Malta und die „Blaue Lagune“ dient, das türkisblaue Wasser zwischen den maltesischen Inseln.

Auch Griechenland hat seine autorfreie Insel: Hydra südwestlich von Athen. Allerdings gibt es hier auch keine Hotels, nur Ferienwohnungen und -häuser. Wie die teilweise sehr abgelegenen Klöster zeigen, zog Hydra schon lange diejenigen an, die Ruhe und Abgeschiedenheit suchten.

Istanbul ist eine Millionenstadt und doch liegen vor ihre Toren im Marmarameer die so genannten Prinzeninseln, auf denen private Autos und Taxis verboten sind und nur Pferdekutschen, Fahrräder und Esel als Transportmittel zugelassen sind.