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Altersvorsorge: Die meisten Deutschen lehnen Pflicht-Zusatzrente ab

FOTONACHWEIS

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60 Prozent der deutschen Anleger stehen einer staatlichen Zusatzvorsorge skeptisch gegenüber. 36 Prozent sind für eine verpflichtende Zusatzrente.

Das geht aus einer Forsa-Umfrage im Auftrag der Fondsgesellschaft Union Investment unter 500 privaten Finanzentscheidern mit eigener Geldanlage hervor.

Demnach glauben zwei von drei Befragten nicht, dass die Altersarmut durch eine staatliche Lösung wirksam eingedämmt werden kann.

Interesse am Thema Vorsorge gesunken

43 Prozent der Befragten mit einem Haushaltsnettoeinkommen von weniger als 1.300 Euro pro Monat verfügen der Umfrage zufolge über keine zusätzliche Altersvorsorge. Insbesondere junge Menschen beschäftigten sich immer weniger mit der privaten Vorsorge.

So hätten sich im dritten Quartal 2007 noch drei von vier Befragten mit der privaten Vorsorge auseinandergesetzt – jetzt seien es nur noch 65 Prozent. In der Altersgruppe der 20- bis 29-Jährigen sei die Quote im gleichen Zeitraum von 86 Prozent auf 52 Prozent gesunken.

Zur nachlassenden Motivation kommt laut Union Investment die Skepsis vor Wertpapieren: Mehr als die Hälfte der Befragten (58 Prozent) finde, dass Produkte mit Aktien und Fonds nicht zu einer guten Altersvorsorge gehören.

Riester-Rente als unsicher eingeschätzt

Gefragt nach der Sicherheit verschiedener Altersvorsorgeformen schneiden Immobilien mit 85 Prozent in der Umfrage am besten ab. Am schlechtesten wird die gesetzliche Rente bewertet: 70 Prozent der Befragten halten sie für unsicher.

Nur 37 Prozent empfänden zudem die Riester-Rente als sicher. Union Investment führt das vor allem auf die Verunsicherung durch negative Schlagzeilen zurück: So nähmen vier von fünf Befragten die Kritik an der Riester-Rente als allgemeine Kritik wahr. Dabei würden hauptsächlich Kosten und Transparenz der Riester-Versicherungen kritisiert. Die Unterscheidung nach Produktgattungen komme nicht an.

Wolfram Erling, Leiter Zukunftsvorsorge bei Union Investment: „Dabei funktioniert das System. Mit einer guten Riester-Rente kann man ein großes Polster für die Rentenzeit aufbauen“ Dies bestätige die Stiftung Warentest.