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Stress: Warnsignale erkennen

FOTONACHWEIS

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Die Statistik über die Krankmeldungen der Deutschen offenbart, dass immer mehr Menschen unter psychischen Belastungen am Arbeitsplatz leiden und sich „ausgebrannt“ fühlen.

Ständiger Zeitdruck, immer höhere Anforderungen, mangelnde Unterstützung und Wertschätzung sowie eine hohe Arbeitsplatzunsicherheit sind die häufigsten Ursachen für völlige körperliche, geistige und emotionale Erschöpfung. Diese steht am Ende eines schleichenden Prozesses, der sich lange zuvor ankündigt. Wichtig ist, diese ersten Anzeichen zu erkennen und damit den Anfängen zu wehren.

Warnsignale

Viele Anzeichen einer ernstzunehmenden Erschöpfung sind eher unspezifisch, und doch sollte man sie nicht auf die leichte Schulter nehmen: Man fühlt sich müde, lust- und antriebslos. Dies kann eine vorübergehende Phase nach einer größeren Anstrengung sein. Doch spätestens, wenn jemand über längere Zeit aus diesem Zustand nicht mehr herausfindet, ist erhöhte Vorsicht geboten.

Kommen Schlaf- und Ruhelosigkeit, Niedergeschlagenheit sowie zunehmende Gleichgültigkeit hinzu, lassen zudem Konzentration und Leistungsfähigkeit nach, melden sich häufig Kopf- oder Rückenschmerzen oder zeigt sich eine hohe Infektanfälligkeit, vernachlässigt jemand darüber hinaus immer öfter seine Hobbys und zieht sich aus dem sozialen Leben zurück, dann sollten bei dem Betroffenen selbst, aber auch bei Familie, Freunden und Kollegen die Alarmglocken klingen. Spätestens jetzt ist professionelle Hilfe dringend nötig.

Wer besonders gefährdet ist

Gefährdet sind insbesondere Menschen, die sehr leistungsorientiert und ehrgeizig sind. Sie neigen dazu, sich selbst zu überfordern und geraten deshalb leichter in die Stress-Falle. Derart ambitionierte Menschen müssen oft mühsam lernen abzuschalten und sich die notwendigen Ruhe- und Auszeiten zu gönnen.

Ständige Erreichbarkeit als Risiko

Sich Aus- und Ruhezeiten zu gönnen, ist allerdings schwierig, wenn man über Laptop und Smartphone stets und ständig erreichbar ist und zu jeder Tages-, Abend- und Nachtzeit auf eingehende Nachrichten reagiert und reagieren soll.

Selbst im Urlaub reißt die digitale Verbindung zur Arbeitswelt häufig nicht ab. In dieser Hinsicht hat der technische Fortschritt dazu beigetragen, den alltäglichen Stress zu erhöhen, auch wenn es weniger einer Frage der technischen Möglichkeiten selbst ist, als vielmehr der allgemeine Umgang mit diesen Geräten.

Unternehmen denken um

Nach Schätzungen der Europäischen Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz belaufen sich die volkswirtschaftlichen Folgekosten des Burn-out-Syndroms in der EU auf rund 20 Milliarden Euro jährlich. In den Unternehmen schlägt sich der Anstieg an Stress-Reaktionen in Krankheitstagen nieder, die Geld kosten. Daher setzt in manchen Unternehmen bereits ein Umdenken ein.

Am einfachsten zu verwirklichen ist sicher eine Regelung, dass ab einem bestimmten Zeitpunkt abends keine Nachrichten mehr weitergeleitet werden und auch geschäftliche Telefonanrufe tabu sind.

Schwieriger in den Griff zu bekommen, ist ein andere Ursache für Stress: Häufig müssen Unternehmen Stellen abbauen, doch die Arbeitsmenge ist gleich geblieben und wird nun auf weniger Schultern verteilt.

Kommt noch eine erhöhte Unsicherheit um den Arbeitsplatz hinzu und/oder die mangelnde Wertschätzung der Mitarbeiter, dann erreicht Stress schnell die Grenze, an der er zu Dauerbelastung wird.

Hier ist eine entsprechende Schulung der Führungskräfte gefragt, deren Stärken und Schwächen erwiesenermaßen sehr viel dazu beitragen, ob sich Mitarbeiter trotz hoher Arbeitsanforderungen wohl fühlen und gesund bleiben, oder langsam, aber sicher in die totale Erschöpfung hineinschliddern.