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Bestseller Vitaminpillen – überschätzt und manchmal sogar gefährlich

FOTONACHWEIS

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Heutzutage ist das Thema Gesundheit beachteter denn je. Mit der Aussicht auf ein langes Arbeitsleben bemühen sich viele Deutsche, bestmöglich für ihre Fitness zu sorgen. Doch gerade in den hektischen, arbeitsintensiven Zeiten ist das manchmal gar nicht so einfach. Deshalb scheint es vielen praktischer, ein paar Vitaminpillen morgens und abends zu schlucken, als lange Obst zu entkernen oder Gemüse zu putzen.

Doch Experten raten aus vielerlei Gründen vom Konsum der Extradosis Vitamine ab:

Gefahr der Überdosierung

Laut der Verbraucherzentrale in Hamburg enthält ein Großteil der Vitaminpillen viel zu hohe Dosen, die sogar riskante Folge haben können: Nierenschäden bei zu viel Vitamin A und D, Hautirritationen und  Schweißausbrüche bei übermäßigem Vitamin B1 sowie Störungen der Nerven und der Gedächtnisleistung bei einer Überdosierung von Vitamin B6.

Besonders Raucher sollten sich in Acht nehmen: Zwar verlieren sie mit jeder gerauchten Zigarette 30 mg Vitamin C, die es mit 100 mg derselben täglich zu kompensieren gilt, aber eine Überdosis Vitamin A kann schlimmstenfalls zu Lungenkrebs und einem früheren Tod führen, wie mehrere Studien belegen.

Seltene Unterversorgung in Deutschland

Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung ist in Deutschland die Gefahr, durch die alltägliche Ernährung zu wenig Vitamine zu sich zu nehmen, äußerst gering. Die meisten Deutschen sind gut mit Vitaminen versorgt, deshalb ist eine zusätzliche Vitaminzufuhr meistens völlig unnötig.

Beste Medizin: Täglich ein Apfel

Tatsächlich unterschätzen wir oftmals den Vitamingehalt alltäglicher Obst- und Gemüsesorten: So enthält beispielsweise ein Apfel alleine 30 verschiedene Vitamine, Mineral- und Ballaststoffe sowie Spurenelemente. Eine Quelle der Gesundheit, die einfach zu transportieren und zu konsumieren ist.

Extra Portion Vitamine nur in Ausnahmefällen

Lediglich bestimmte Personengruppen sollten – nach ärztlicher Rücksprache – besonders auf die Zufuhr einzelner Vitamine achten:

Schwangere benötigen täglich mehrere hundert Mikrogramm Folsäure zusätzlich, weil ihr Bedarf an Folsäure stark erhöht ist und ein möglicher Mangel dem Embryo schaden könnte. Folsäure ist vor allem in Hülsenfrüchten, Vollkornbrot, Ei und Leber enthalten.

Senioren, die selten das Haus verlassen, leiden oftmals unter einem Mangel an Vitamin D. In diesen Fällen kann es sinnvoll sein, täglich einige Mikrogramm Vitamin D zusätzlich zu sich zu nehmen. Vitamin D ist vor allem in fetten Fischsorten wie Aal, Lachs und Hering enthalten.

Diabetiker können mit einigen Mikrogramm Vitamin E täglich die Verstopfung ihrer Blutgefäße vorbeugen. Vitamin E ist reichhaltig in Ölen wie Sonnenblumen- oder Olivenöl enthalten sowie in Mangos, Avocados, Hering, Lachs oder Makrelen.

Bei Menschen, die sich vegan ernähren, kann es zu einem Mangel an Vitamin B12 kommen, der jedoch bereits mit wenigen Mikrogramm ausgeglichen werden kann. Das Vitamin B12 ist reichhaltig in Fleisch, Fisch, Eiern und Milchprodukten enthalten.

Die genaue Dosierung sollten Sie jedoch am besten gemeinsam mit Ihrem Arzt abstimmen, um eine Überdosierung zu vermeiden, die gesundheitsschädlich sein kann.