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Berliner Friedhöfe: Einladung zu einem Spaziergang durch die Stadtgeschichte

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Über 200 Friedhöfe gibt es in Berlin. Einige sind wunderschön, auf manchen liegen berühmte Persönlichkeiten und andere berichten über wichtige historische Ereignisse. Wir stellen die interessantesten vor:

Alter St.-Matthäus Kirchhof

Der Friedhof an der Großgörschenstraße ist einer der historisch bedeutsamsten in Berlin. Er wurde Mitte des 19. Jahrhunderts von der wohlhabenden St. Matthäus-Gemeinde gegründet. Hier kann man viele Erdbegräbnisse, Denkmäler, Wandgräber und Mausoleen besichtigen. Zudem ist in der Kapelle eine Ausstellung zu den Grabstätten als „Spiegel des wirtschaftlichen und geistigen Berlins im 19. und frühen 20. Jahrhundert“ zu sehen. Eine weitere Besonderheit: Das kleine Friedhofscafé finovo.

Auf diesem Friedhof sind Legenden wie die Gebrüder Grimm, der Meierei-Gründer Bolle oder der Charité-Arzt Rudolf Virchow begraben.

Dorotheenstädtischer Friedhof

Der denkmalgeschützte Friedhof in der Chausseestraße ist klein, aber prominent.

Er wurde im 18. Jahrhundert errichtet und ist nach der zweiten Frau des Großen Kurfürsten benannt. Viele Gräber sind aus dem 19. Jahrhundert und mit großen Marmorskulpturen und gusseisernem Grabschmuck verziert, viele Denkmäler  wiederum von berühmten Künstlern erstellt worden.

Auf dem Friedhof in Berlins Mitte liegen die meisten Prominenten: Vom Philosophen Hegel über die Schriftsteller Heinrich Mann, Bertold Brecht und Anna Seghers, den Regisseur  Heiner Müller, die Baumeister Stüler und Schinkel bis zu Bundespräsident Johannes Rau.

Jüdischer Friedhof Weißensee

Mit über 100.000 Grabstellen gilt der jüdische Friedhof in Weißensee als einer der größten jüdischen Friedhöfe Europas. Er wurde Ende des 19. Jahrhunderts errichtet und gedenkt der sechs Millionen Opfern des Holocaust.

Auch hier sind berühmte Persönlichkeiten wie der Namensgeber des Hertie-Kaufhauses  Hermann Tietz, der Verleger Samuel Fischer und der Maler Max Liebermann begraben.

Waldfriedhof Zehlendorf 

375.000 Quadratmeter ist der Friedhof in Nikolassee groß, der durch einen reichen Baumbestand an Kiefern Waldcharakter hat. Hier liegen viele Berliner Berühmtheiten wie die Politiker Willy Brandt, Ernst Reuter und Otto Suhr, die Schauspieler Günter Pfitzmann und Hildegard Knef, der Regisseur Erwin Piscator und der Boxer „Bubi“ Scholz.

Auf der großen benachbarten Wiese weisen über 11.000 Kissenplatten auf die Gräber von italienischen Soldaten hin, die in Berlin gefallen sind.