Das Unternehmerportal der Berliner Volksbank
Arbeiten

Studie: Mittelstand setzt auf soziale Medien – und profitiert messbar davon

FOTONACHWEIS

© Uwe Annas - Fotolia.com

Das berichtet der Hightech-Verband Bitkom. Grundlage der Angaben ist eine Sonderauswertung der Bitkom-Studie „Social Media in deutschen Unternehmen“, bei der 723 repräsentativ ausgewählte Unternehmen aller Branchen befragt wurden.

„Die Einstiegshürden für den Social-Media-Einsatz sind niedrig“, sagte Bitkom-Vizepräsident Heinz-Paul Bonn. „Jedes Unternehmen kann zu geringen Kosten im Social Web präsent sein.“

Dennoch: Nachholbedarf für KMU

Dennoch besteht aus Sicht des Biktom im Mittelstand noch erheblicher Nachholbedarf. „Kleinere Unternehmen sind organisatorisch oft unzureichend aufgestellt und schöpfen die Möglichkeiten von Social Media nicht konsequent aus“, sagte Bonn. So haben kleinere und mittlere Unternehmen seltener spezialisierte Mitarbeiter für diesen Bereich, verfügen kaum über interne Richtlinien für den Gebrauch und betreiben nur selten ein Monitoring.

Unter sozialen Medien werden Internetanwendungen verstanden, die es den Nutzern ermöglichen, sich zu vernetzen, zu kommunizieren und eigene Inhalte im Web zu verbreiten. Dazu zählen unter anderem Blogs, soziale Netzwerke wie Facebook, Xing oder Google+, Kurznachrichtendienste wie Twitter sowie Content-Plattformen zum Austausch von Videos oder Fotos wie Youtube oder Flickr.

Neben Personen können in sozialen Medien auch Unternehmen oder andere Organisationen mit eigenen Profilen präsent sein. Am weitesten verbreitet ist laut Bitkom-Studie eine Präsenz in sozialen Online-Netzwerken, in denen 86 Prozent der kleinen und mittelständischen Unternehmen vertreten sind im Vergleich zu 80 Prozent der Großen.

KMU: Twitter ja, Videos nein

Blogs würden von 28 Prozent der KMU und 27 Prozent der Großunternehmen genutzt. Dagegen nutzten 81 Prozent der großen Unternehmen Videoplattformen wie Youtube, aber nur 28 Prozent der KMU. „Ein Grund dafür ist, dass die Produktion von Videos zeit- und kostenintensiv ist“, sagte Bonn. Der Kurznachrichtendienst Twitter werde von der Hälfte der großen, aber nur von einem Viertel der KMU eingesetzt.

Große Unterschiede zwischen größeren und kleineren Unternehmen zeigen sich laut der Studie bei der Organisation des Social-Media-Einsatzes. So hätten 86 Prozent der Großunternehmen eigene Mitarbeiter, die für die Steuerung der Social-Media-Aktivitäten verantwortlich sind, aber erst 41 Prozent der Mittelständler.

Was fehlt: Richtlinien für den Umgang mit Social Media

63 Prozent der Großen verfüge über so genannte Social Media Guidelines, die Mitarbeitern Richtlinien für die berufliche Nutzung sozialer Medien geben, während es bei den Kleinen 19 Prozent seien.

Ein Social Media Monitoring würden 48 Prozent der großen, aber nur 10 Prozent der mittelständischen Unternehmen betreiben. Mit einem Monitoring könnten die Anwender beobachten, was im Internet über ihre Produkte oder Marken gesagt wird. „Der Mittelstand muss die Organisation seiner Social-Media-Aktivitäten dringend professionalisieren, wenn er das Feld nicht den Großen überlassen will“, sagt Bonn.

Messbare Vorteile: effiziente Kommunikation, neue Mitarbeiter

Laut Umfrage sagen 28 Prozent der KMU, der personelle Aufwand für den Einsatz von sozialen Medien sei zu hoch, aber nur 15 Prozent der Großunternehmen. Für 14 Prozent der Mittelständler sei der finanzielle Aufwand generell zu groß im Vergleich zu acht Prozent der Großen.

„Die Ergebnisse zeigen, dass die Nutzung sozialer Medien auch im Mittelstand nur selten am Geld scheitert“, sagte Bonn. Der Social-Media-Einsatz bringe den Unternehmen messbare Vorteile: eine schnellere, effizientere Kommunikation, die Erreichung neuer Zielgruppen, zum Beispiel zur Gewinnung neuer Mitarbeiter, oder eine Steigerung der Markenbekanntheit. Kleine und mittelständische Unternehmen sollten daher den Einsatz sozialer Medien vorantreiben.

Info:

www.bitkom.org