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Finanzamt: Geschäftsreise auf Staatskosten um Privaturlaub verlängern?

FOTONACHWEIS

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Die Steuerberaterkanzlei Kunert Hamburg ging der Frage nach: „Kurzurlaub auf Finanzamtskosten – ist das möglich?“

Sollten Sie an eine Geschäftsreise noch ein paar Tage zusätzlichen Urlaub hängen, so können die Aufwendungen hierfür unter Umständen als Betriebsausgabe behandelt werden.

Wie?

In der Vergangenheit musste bei Reisen grundsätzlich der Nachweis erbracht werden, dass es sich hierbei um Reisen mit ausschließlich hundertprozentigem betrieblichen/beruflichen Charakter handelte. Erst dann wurden die Aufwendungen als Betriebsausgaben steuerlich berücksichtigt.

Mit einigen Urteilen aus den Jahren 2009-2011 hat sich das Ganze jedoch stark entspannt:
So stellte der Bundesfinanzhof (BFH) in seinem Urteil von 21.09.2009 fest: Solange es einen klar nachvollziehbaren beruflichen Grund für die Reise gibt und eine eindeutige Aufteilung möglich ist, kann der betriebliche Teil einer Reise als Betriebsausgabe angesetzt werden und lediglich der private Teil der Reise ist als Privatausgabe (und somit nicht als Betriebsausgabe) zu berücksichtigen.

Beträgt der betriebliche Anteil einer Reise mindestens 90%, so kann der gesamte Aufwand für diese Reise als Betriebsausgabe berücksichtigt werden.

Beispiel:

Erna B. ist Bauunternehmerin und will in Polen einige ihrer Baustellen besichtigen. Die Aufwendungen für diese Reise betragen insgesamt Euro 2.266,77. Sie entschließt sich, ein paar Tage für weitere Euro 250,00 an die Dienstreise anzuhängen.
Nach derzeitiger Rechtsprechung können auch diese zusätzlichen Kosten als Betriebsausgabe abgesetzt werden, da der private Anteil weniger als 10% beträgt.

Fazit:

(Sachverhalt)

  1. Betrieblicher Anteil einer Reise 90% und mehr = Betriebsausgabe 100%
  2. Privater Anteil einer Reise 90% und mehr = keine Betriebsausgaben
  3. Privater und betrieblicher Anteil zwischen 10% und 90% = Betriebsausgabe in Höhe des betrieblichen Anteils
Info:

Kunert Hamburg
www.kunerthamburg.de