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Ehevertrag rechtzeitig regeln: Unternehmer riskieren ohne Gütertrennung ihre Existenz

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Bei der Hochzeit mag sich keiner der Ehepartner vorstellen, dass die Ehe nicht halten könnte. Doch die Statistiken zeigen, dass in Deutschland inzwischen jede dritte Ehe, das heißt mehr als 200.000 Ehen im Jahr geschieden werden.

Nach Ansicht von Steuerberaterin Bettina M. Rau-Franz sind Unternehmer und Gesellschafter sowohl aus Gründen des Unternehmensschutzes als auch aus steuerlichen Gründen gut beraten, frühzeitig Regelungen über ihren Güterstand zu treffen. Welcher Weg sich dabei am besten eignet, lasse sich nur im Einzelfall bestimmen.

Eine Möglichkeit: Gütertrennung

Eine mögliche Form der Regelung in einem Ehevertrag ist die Gütertrennung. Durch die Gütertrennung wird das Vermögen der Ehegatten vollständig getrennt, ohne dass nach der Scheidung der Ehe einer dem anderen einen Zugewinnausgleich gewähren muss. Allerdings ist die Gütertrennung in der Regel nicht gerecht, wenn beide Ehegatten in einer Firma mitarbeiten, und der eine Ehegatte durch seine Mitarbeit in dem Unternehmen lediglich das Vermögen des anderen mit aufbaut. Er verpasst damit die Möglichkeit, selbst Vermögen aufzubauen.

Alternative: Modifizierte Zugewinngemeinschaft

Im Rahmen der modifizierten Zugewinngemeinschaft bestehen viele Gestaltungsmöglichkeiten. So kann beispielsweise das unternehmerische Vermögen aus der Berechnung des Anspruchs auf Zugewinnausgleich herausgenommen werden. Oder der Zugewinnausgleich wird auf das private Vermögen oder einzelne Vermögensgegenstände beschränkt. Weitere Möglichkeiten: Der Zugewinn wird betragsmäßig begrenzt oder der Wertzuwachs bei ererbten oder geschenkten Vermögen bleibt unberücksichtigt..

Steuerliche Vorteile

„Das Festhalten an der Zugewinngemeinschaft hat auch steuerliche Vorteile. Der Anspruch auf den Zugewinnausgleich ist nämlich steuerfrei. Auch bei einer funktionierenden Ehe eröffnen sich dadurch Gestaltungsmöglichkeiten für eine Nachfolgeregelung. So besteht die Möglichkeit, dass während der Ehe Vermögen steuerfrei auf den Ehepartner transferiert werden kann“, erklärt Steuerberaterin Rau-Franz. (uqrl)