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Jugendwahn ade: Viele Senioren arbeiten gerne und sind im Mittelstand willkommen

FOTONACHWEIS

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Nicht wenige Rentner sehnen sich nach einer Beschäftigung zurück, die Ihnen Freude bereitet und das Gefühl vermittelt, noch gebraucht zu werden.

Hatte man vor ein paar Jahren jedoch noch die Befürchtung, dass ältere Arbeitnehmer nicht mehr gefragt sind, scheint heute bereits der demographische Wandel dazu zu führen, dass ältere Mitarbeiter wieder gerne gesehen sind.

Beschäftigungsmöglichkeiten im Mittelstand, besonders in Familienunternehmen

So hat eine Umfrage ergeben, dass fast vierzig Prozent der befragten Unternehmen Mitarbeiter beschäftigen, die älter als 40 Jahre sind. Vor allem der Mittelstand und hier die Familienunternehmen stellen ältere Arbeitnehmer ein:

Zwar beschäftigt jedes zweite deutsche Unternehmen keinerlei Arbeitnehmer, die älter als 50 sind. Jedoch liegt der Anteil der Beschäftigten über 55 Jahren bei knapp zwei Dritteln der Familienunternehmen bei über fünf Prozent, bei einem Achtel der Unternehmen sogar bei einem Fünftel.

Der Präsident der Familienunternehmer, Lutz Goebel, fordert deshalb statt einer Festlegung des Rentenalters mehr gesetzliche Flexibilität. Zudem plädiert er dafür, dass arbeitende Rentner von den Rentenversicherungsbeiträgen freigestellt werden.

Starres Renteneintrittsalter steht Arbeitswunsch der Senioren entgegen

530.000 Senioren zwischen 60 und 65 Jahren und 770.000 Senioren über 65 Jahren arbeiten derzeit auf Minijob-Basis. Die Zahl der arbeitenden Ruheständler wird auf über eine Million geschätzt.

Altersforscher haben analysiert, dass die meisten Rentner die ersten beiden Jahre ihres Ruhestandes genießen, dann jedoch unruhig werden und sich nach einer Arbeit sehnen, die ihrem Leben wieder Sinn gibt.

So hat eine wissenschaftliche Umfrage ergeben, dass rund vierzig Prozent der Frührentner und knapp ein Fünftel der über 70-Jährigen gerne noch arbeiten würden. Dabei möchten allerdings die wenigsten ihren alten Job länger ausüben, vielmehr möchte die Mehrzahl noch mal etwas anderes machen und auch nur in Teilzeit.

Solange es in Deutschland jedoch eine fixe Arbeitsgrenze gibt, bleibt nur die Arbeit in Minijobs. Alternativ machen rund die Hälfte der 60- bis 80-Jährigen ihrem Tatendrang in Vereinen, Bürgerschaftsinitiativen oder Nachbarschaftshilfe Luft.

Der Präsident des Instituts für Weltwirtschaft in Kiel, Dennis Snower, spricht deshalb von wertvollen Ressourcen, die verschwendet werden. Er ist davon überzeugt, dass viele Rentner gerne arbeiten würden, wenn sich ihr Einsatz positiv auf ihre Rente auswirken würde.