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Studie: Zwei von drei Verbrauchern haben schon einmal ein Unternehmen boykottiert

FOTONACHWEIS
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Zwei Drittel der Deutschen haben aufgrund eines Skandals schon einmal eine Marke oder ein Unternehmen boykottiert. 60 Prozent meiden boykottierte Unternehmen bzw. Marken sogar bis heute.

Das zeigt die Studie „Skandale, Pleiten, Pannen“ des internationalen Marktforschungs- und Beratungsinstituts YouGov, für die mehr als 2.000 Verbraucher befragt wurden.

Viele Gründe für Boykott

Die Gründe für einen Boykott sind demnach vielfältig: So hat die Hälfte jener Befragten, die schon einmal eine Marke oder ein Unternehmen boykottiert haben, sich aufgrund von gesundheitsschädlichen Produkten hierzu entschlossen.

41 Prozent haben eine Marke wegen Misshandlungen von Tieren bzw. Tierversuchen vermieden und 34 Prozent, weil Mitarbeiter des Unternehmens unfair behandelt wurden.

Boykott oft nur vorübergehend

Der Studie zufolge können sich allerdings 85 Prozent der Markenverweigerer unter Umständen vorstellen, zu einem vormals boykottierten Unternehmen zurückzukehren.

Verbraucher haben dabei verschiedene Gründe für ihre Rückkehr: Für 30 Prozent lag der Grund laut Studie darin, dass sich fragliche Produkte oder Dienstleistungen qualitativ verbessert haben, 29 Prozent, weil kritisierte Praktiken tatsächlich geändert wurden.

Nur jeder Fünfte gab hingegen als Grund an, dass es ihm zu umständlich war, das Unternehmen weiterhin zu boykottieren.

Kunden mit den richtigen Maßnahmen zurückgewinnen

Um jene zu erreichen, die eine Rückkehr zu einer boykottierten Marke bisher nicht in Erwägung gezogen haben, ist laut YouGov die richtige Ansprache wichtig.

So fühlen sich 77 Prozent in dieser Potenzialgruppe grundsätzlich von Werbung bombardiert – eine gezielte Kommunikation anstelle einer breit angelegten Imagekampagne kann hier die Lösung sein.

Auch deutsche Marken wie Siemens (49 Prozent), Bosch (42 Prozent) oder AEG (36 Prozent) werden von dieser Gruppe beim Kauf verstärkt in Betracht gezogen.

Gleichzeitig wird „Made in Germany“ von 75 Prozent der Kunden geschätzt. Das Vertrauen in deutsche Produkte sollten sich Unternehmen bei ihrer Kommunikation daher zunutze machen.