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Das Urheberrecht in sozialen Netzwerken

FOTONACHWEIS
© Olivier Le Moal - fotolia.com

Nutzungsrechte beachten

Egal, ob es sich um ein privates Facebook-Profil oder eine Firmenseite handelt – das Urhebergesetz (UrhG) besagt, dass vor der Verwendung fremden Bildmaterials die Zustimmung des Urhebers einzuholen ist. Dazu wird in der Regel ein Lizenzvertrag geschlossen. Dieser sowie die Allgemeinen Geschäftsbedingungen entsprechender Bilddatenbanken, wie Fotolia und Shutterstock, sollten stets genau gelesen werden, denn dort wird neben einer etwaigen Vergütung für den Urheber auch der Umfang der Nutzungsrechte – etwa ob das Bild überhaupt in sozialen Netzwerken verwendet werden darf – geregelt. Oftmals gibt es für Fotos, die für die Verwendung von sozialen Netzwerken gedacht sind, eine Beschränkung in der Auflösung: Sie darf maximal 1.000 mal 1.000 Pixel betragen. Außerdem müssen meist sowohl der Name des Fotografen als auch der der Datenbank genannt werden. Weitere Anbieter, zum Beispiel Clipdealer, bieten stattdessen spezielle Social-Media-Lizenzen, zwischen denen beim Download gewählt werden kann.

Auch die Social-Media-Plattformen selbst besitzen relevante AGB, die es bezüglich der Bildmotive zu beachten gilt. So dürfen bei Facebook keine Inhalte gepostet werden, „die Hassreden enthalten, bedrohlich oder pornografisch sind, zu Gewalt verleiten oder Nacktdarstellungen bzw. grafische sowie sonstige Gewalt enthalten“. Ähnliches ist auch in den anderen sozialen Netzwerken zu finden.

Vorsicht bei eigenen Fotos

Um urheberrechtliche Verstöße zu vermeiden, verwenden viele Unternehmen selbst aufgenommene Fotos. Doch auch hierbei müssen die abgebildeten Personen vor einer Veröffentlichung – im Idealfall schriftlich – zustimmen.

Ist es in einem Unternehmen häufig notwendig, Aufnahmen von Mitarbeitern durchzuführen, sollte neben dem Arbeitsvertrag ein zusätzlicher Rahmenvertrag aufgesetzt werden, in welchem die Nutzungsrechte und die Freiwilligkeit des Mitarbeiters vereinbart werden. Handelt es sich um einmalige Aufnahmen, ist eine Einwilligungserklärung ausreichend. Selbstverständlich ist der Mitarbeiter jedoch nicht dazu verpflichtet, einer Veröffentlichung zuzustimmen.

Befinden sich lediglich im Hintergrund des Fotos vorbeilaufende Personen, welche nicht hervorstechen, ist in der Regel keine Einwilligung notwendig. Auch wer sich auf öffentlichen Veranstaltungen befindet, muss damit rechnen, dass er eventuell abgelichtet wird und kann bei einer anschließenden Veröffentlichung nicht abmahnen.

Das Hausrecht

Des Weiteren ist es wichtig, wo ein Foto aufgenommen wird. So kann der Eigentümer eines Grundstücks entscheiden, von wem und zu welchem Zweck dieses betreten werden darf. Das heißt, dass nicht überall dort Bilder geschossen werden dürfen, wo bereits der Zutritt gestattet ist. Auch hierbei ist stattdessen eine Einwilligung des Eigentümers notwendig. Bei Veranstaltungen wie Messen gibt es beispielsweise spezifische Bedingungen, in denen solche Aspekte nachzulesen sind.

Weitere Informationen

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