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Umfrage: Jedes dritte Unternehmen ignoriert Datenschutz-Grundverordnung

FOTONACHWEIS
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Die wenigsten deutschen Unternehmen, die mit personenbezogenen Kundendaten arbeiten, haben eine Chance, die EU-Datenschutzgrundverordnung (DS-GVO) fristgerecht umzusetzen.

Das ist das Ergebnis einer Befragung des Hightech-Verbandes Bitkom unter mehr als 500 Unternehmen.

Demnach haben aktuell erst 13 Prozent der Unternehmen erste Maßnahmen zur Umsetzung der DS-GVO begonnen oder abgeschlossen.

Kaum Umdenken im letzten Jahr

Vor einem Jahr habe der Anteil bei acht Prozent gelegen, viel passiert sei seitdem offenkundig nicht, sagt Susanne Dehmel, Geschäftsleiterin Recht & Sicherheit beim Bitkom: „Wer den Kopf in den Sand steckt, verstößt demnächst gegen geltendes Recht und riskiert empfindliche Bußgelder zu Lasten seines Unternehmens.“

Selbst von den Unternehmen, die sich aktuell mit der DS-GVO beschäftigen, gehen laut Umfrage nur 19 Prozent davon aus, dass sie die Vorgaben fristgerecht umgesetzt haben.

Nur jedes zweite Unternehmen hat sich mit DS-GVO beschäftigt

Der Umfrage zufolge beschäftigen sich derzeit rund die Hälfte der Unternehmen mit dem Thema. Jedes dritte Unternehmen (33 Prozent) gibt an, sich bislang noch überhaupt nicht mit den Vorgaben der Verordnung beschäftigt zu haben.

Von den Unternehmen, die sich bereits mit der DS-GVO beschäftigt haben, sagt rund die Hälfte (47 Prozent), dass sie bisher höchstens zehn Prozent aller notwendigen Arbeiten erledigt hat.

Aufwand kaum abschätzbar

Die größten Herausforderungen bei der Umsetzung:

  1. schwer abzuschätzender Aufwand (52 Prozent)
  2. Rechtsunsicherheit (43 Prozent)
  3. mangelnde praktische Umsetzungshilfen (32 Prozent).

Entsprechend wünschen sich 28 Prozent der Unternehmen Auslegungshilfen der Verordnung durch die EU-Kommission. 27 Prozent hätten gerne Praxisleitfäden und 16 Prozent Handreichungen von den Aufsichtsbehörden.

Antworten gibt der Bitkom

Für den Einstieg in das Thema hat der Bitkom „Fragen und Antworten“ (FAQ) zur Datenschutz-Grundverordnung veröffentlicht, die einen ersten Überblick über die Veränderungen zur heutigen Rechtslage geben.

Außerdem hat der Verband vier Praxisleitfäden erstellt, wie verschiedene Verpflichtungen aus der Verordnung im Unternehmen umgesetzt werden können:

  • „Datenübermittlung in Drittstaaten“
  • „Verarbeitungsverzeichnis“
  • „Risk Assessment und Datenschutzfolgenschutzabschätzung“
  • „Mustervertragsanlage zur Auftragsverarbeitung“.

Alle Informationen stehen in Kürze auf der Bitkom-Website zum kostenlosen Download bereit.