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Kampfplatz Büro: So sollten Sie bei Streit zwischen Mitarbeitern reagieren

FOTONACHWEIS
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Konflikte am Arbeitsplatz sind leider keine Seltenheit. Sie resultieren aus der Unterschiedlichkeit von Mitarbeitern, aus Missverständnissen, gekränkten Eitelkeiten und häufig auch aus Projektionen: Anstatt miteinander zu reden, reden die Kollegen übereinander und färben reale Erfahrungen mit ihrer persönlichen Sichtweise ein. Dabei spielen häufig Interpretationen eine Rolle, die über den jeweiligen Mitarbeiter genauso viel sagen wie über die geschilderte Situation. Konflikte unter Kollegen schaukeln sich häufig über einen längeren Zeitraum hoch. Je eher Sie als Chef das erkennen, desto besser. Denn: Je früher eine neutrale Person intervenieren kann, desto größer sind die Aussichten darauf, den Streit noch innerbetrieblich zu klären. Dafür ist es wichtig, dass Sie als Chef einen Draht zu Ihren Mitarbeitern haben und nicht dazu neigen, Konflikte zu übersehen oder unter den Teppich zu kehren.

Konfliktmanagement ist wichtig

Viele Firmen tun so, als sei bei ihnen alles in bester Ordnung. Streit gibt es immer nur bei den anderen. Entsprechend gibt es weder eine offene Streitkultur noch ein Verständnis für die Bedeutung von Konfliktmanagement. Vielen Mittelständlern ist dabei nicht bewusst, dass Konflikte am Arbeitsplatz richtig ins Geld gehen. Laut einer Studie von KPMG beanspruchen Streitereien in Firmen 20 Prozent der Arbeitszeit. Rechnet man nun noch die krankheitsbedingten Ausfälle hinzu, die ihre Ursache in schwelenden Konflikten haben, wird die Bilanz noch verheerender. Auch das Image einer Firma kann unter einem schlechten Betriebsklima leiden. Daher sollten auch KMU über ein Konfliktmanagement nachdenken. Im Zweifelsfall sind externe Mediatoren eine gute Lösung, die Sie lieber zu früh als zu spät ins Auge fassen sollten.

Mediation kann helfen

Mediation bedeutet Vermittlung. Und genau das ist die Aufgabe eines Mediators: zwischen zwei Konfliktparteien zu vermitteln. Mediatoren verstehen sich nicht als Richter oder Anwälte. Ihr Ziel ist es nicht, Recht und Unrecht zu klären, sondern zu einer guten Lösung für beide Seiten zu gelangen. Mediatoren besitzen keine Entscheidungsbefugnis und vertreten nicht die Interessen einer bestimmten Seite. Gute Mediatoren finden sich in der Regel über Empfehlungen oder Internetseiten. Auch die IHK ist ein erfahrener Ansprechpartner bei der Vermittlung guter Mediatoren.

Der Chef als Vorbild

Je besser Sie mit Konflikten umgehen – offen, ehrlich, fair, nicht verletzend, nicht nachtragend – desto besser ist in der Regel auch das Klima in Ihrem Betrieb. Sie sollten also einen wertschätzenden Umgangston und einen Blick für Widerstände kultivieren und verstehen, dass jeder Mensch die Welt nun einmal genau aus seinem individuellen Blickwinkel betrachtet. Versuchen sie außerdem, unparteiisch zu sein, und persönliche Sympathien oder Antipathien nicht offen zur Schau zu stellen und zur einzigen Basis Ihrer Entscheidungen zu machen. Sollten sich Mitarbeiter allerdings gegenüber allen Schlichtungsversuchen und Mediationsangeboten quer stellen, können als letztes Mittel arbeitsrechtliche Konsequenzen durch Abmahnung und Kündigung gezogen werden.

(Quelle: www.marktundmittelstand.de)