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Berliner Unternehmen: Sorge um Fachkräftemangel wächst

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Das konjunkturelle Klima in Berlin bleibt nahezu ungetrübt. Nur der drohende und stellenweise schon gravierende Fachkräftemangel bereitet den Unternehmen Sorge.

Das geht aus dem Konjunktur-Bericht im Herbst der Industrie- und Handelskammer (IHK) Berlin hervor, für den mehr als 1.000 Unternehmen befragt wurden.

Demnach beurteilen 94 Prozent der Befragten die wirtschaftliche Lage als insgesamt gut oder zufriedenstellend.

Die Nachfrage nach Waren und Dienstleistungen ist laut IHK in den vergangenen Monaten gewachsen, begünstigt durch steigende Realeinkommen und nach wie vor niedrige Zinsen.

Fachkräftemangel als Risiko für Unternehmenserfolg

Sorge bereitet vielen Unternehmen jedoch der drohende Fachkräftemangel: 62 Prozent der Befragten sahen ihn als Risiko für den Unternehmenserfolg an. 2010 waren es der IHK zufolge gerade einmal 34 Prozent – und vor drei Jahren rund 50 Prozent.

Besonders ausgeprägt sei der Engpass bei qualifizierten Fachkräften im Gastgewerbe. Rund 85 Prozent der Unternehmen fürchten laut Konjunkturbericht, dass der Fachkräftemangel die geschäftliche Entwicklung bremsen wird.

Grundsätzlich wollen Berliner Unternehmen in Zukunft mehr Mitarbeiter einstellen. Die Zahl der neu geschaffenen Stellen werde aber davon abhängen, ob es gelingt, überhaupt genügend Fachkräfte zu rekrutieren.

Ein erfreuliches Ergebnis des Konjunkturberichts: Berliner Unternehmen investieren weiter in ihr Wachstum. Insgesamt wollen 51 Prozent der Unternehmen in die Ausweitung von Produktionskapazitäten investieren – vier Prozentpunkte mehr als im vergangenen Herbst.

Gute Laune im Handwerk

Das Handwerk verzeichnet Rekordwerte. In Berlin wird die beste konjunkturelle Lage seit der Wiedervereinigung verzeichnet. Die Erwartungen sind sehr optimistisch und sorgen für eine expansive Investitions- und Personalplanung.

„Der goldene Boden des Berliner Handwerks funkelt und glänzt wie nie zuvor“, sagt der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Berlin, Jürgen Wittke. „Die Auftragsbücher sind im Durchschnitt so prall gefüllt, dass sie für knapp 11 Wochen reichen. Ein noch höheres Wachstum im Handwerk scheitert nur am fehlenden Fachpersonal. Dennoch erfreuten sich noch nie so viele Betriebe an guten Geschäften, noch nie liefen die Geschäfte bei so wenigen Betrieben schlecht. Die gute Laune zieht sich durch fast alle Gewerke des Berliner Handwerks.“