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Wenn das Denken feststeckt: Die Bisoziations-Technik kann helfen

FOTONACHWEIS
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Es gibt etliche Techniken, um die Kreativität anzuregen und den Blickwinkel auf eine Fragestellung zu erweitern. Eine von ihnen nennt sich Bisoziation, ein Begriff, der vielen Unternehmern noch unbekannt ist. Im Prinzip handelt es sich um eine Variante der Assoziation. Nur dass hier nicht Dinge miteinander verknüpft werden sollen, die besonders gut zueinander zu passen scheinen. Vielmehr sollen hier Begriffe zueinander in Beziehung gesetzt werden, die üblicherweise nichts miteinander zu tun haben oder im Gegensatz zueinander stehen.

Ein höheres Kreativitätslevel

Der Schriftsteller Arthur Koestler prägte 1964 den Begriff „Bisoziation“ in seinem philosophisch-psychologischen Sachbuch „The Act of Creation“. 1966 erschien es auf Deutsch unter dem Titel „Der göttliche Funke. Der schöpferische Akt in Kunst und Wissenschaft“. Tatsächlich sah der österreichisch-ungarische Autor in dieser Methode einen Schöpfungsakt: Durch die Verbindung der Gegensätze werden Energien freigesetzt, die zu etwas Neuem, Größerem führen. Die üblichen Pfade des Denkens werden verlassen und konventionelle Bewertungen vorübergehend aufgehoben. Der von „Assoziation“ abgeleitete Begriff spielt heute eine wichtige Rolle in der Kreativitäts- und Humorforschung. Die Bisoziation ist auch als Reizbildtechnik bekannt.

Die Bisoziation in der Praxis

Es gibt verschiedene Herangehensweisen, bei denen Bisoziation genutzt werden kann. Grundsätzlich gilt es zunächst, das Problem klar zu definieren und eine möglichst genaue Fragestellung zu erarbeiten. In einem zweiten Schritt wird ein ganz anderer Bezugsrahmen gewählt. Beispielsweise kann die Fragestellung lauten: Wie können wir die Reisekosten reduzieren, ohne den persönlichen Kundenkontakt einzuschränken? Der Bezugsrahmen könnte nun etwas Entlegenes wie „Schneewittchen und die sieben Zwerge sein“. In einem dritten Schritt wählt die Gruppe Bilder, Objekte und Begriffe aus dem bekannten Märchen, assoziiert zunächst frei und sucht dann Verknüpfungen zwischen dem zweiten Bezugsrahmen und der Fragestellung. Zum Beispiel: Treffen auf Augenhöhe (die gleichberechtigte Gemeinschaft der Zwerge), gemeinsames Essen, gemeinsames Arbeiten. Ein Ergebnis könnte schließlich sein, weniger Kundentreffen pro Jahr einzuplanen, aber mehrere Kunden zusammenzubringen oder intensivere Begegnungen zu ermöglichen.

Die aktuelle Ausgabe des „Harvard Business Manager“ widmet sich dem Thema „Innovation“. Unter „Neue Ideen für Problemlöser“ finden sich diese und weitere Methoden, um die Perspektive zu wechseln, Kreativität zu beflügeln und Regeln zu brechen.

(Quelle: www.harvardbusinessmanager.de)