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Alles muss man selber machen: Wenn Unternehmer nicht delegieren können

FOTONACHWEIS
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Unternehmensgründer sind häufig nicht nur besser mit den Produkten oder Dienstleistungen vertraut, die ihre Firma vertreibt – sie verfügen auch über eine hohe intrinsische Motivation und haben das große Ganze vor Augen. Kein Wunder, dass sie davon überzeugt sind, niemand könne diese oder jene Aufgabe so gut, schnell und zielgerichtet erledigen wie sie selbst. Dabei sind Mitarbeiter eben genau dafür da: Aufgaben zu erledigen und den Chef davor zu bewahren sich in Detailarbeiten zu verzetteln.

Detailarbeit geht an die Mitarbeiter

„Ich kann das am besten“ wird schnell zur Ausrede, wenn man es andere erst gar nicht versuchen lässt oder ignoriert, dass es oft nicht nur einen richtigen Weg zur Lösung eines Problems gibt. Wenn dauerhaft niemand im Unternehmen zentrale Aufgaben anstelle des Chefs erledigen kann, dann gibt es ein Problem: Was ist, wenn der Chef krank wird, Urlaub macht oder aus anderen Gründen ausfällt? Unternehmer stehen in der Verantwortung, ihre Mitarbeiter so auszubilden, dass sie einspringen können. Alles andere erzeugt nicht nur langfristig ungesunden Stress – es ist auch grob fahrlässig gegenüber den Zielen des Unternehmens.

Auch das Chef-Argument, er könne es nun einmal schneller, ist nicht wirklich stichhaltig. Anfangs mag das stimmen, aber wer Mitarbeiter nicht anleitet, findet auch nie heraus, wie schnell und effizient diese arbeiten können.

Mitarbeiter einzuarbeiten erfordert Zeit, Geduld und Planung. Eigentlich passt es nie. Ein Chef glaubt immer, er hätte Wichtigeres zu tun. Dadurch wird das Thema „Delegieren“ immer weiter aufgeschoben. Es ist für viele scheinbar leichter, in diesem schlechten Führungsstil weiter zu machen, anstatt sich einzugestehen: Das ist eine Ausrede. Wenn ich will, dass sich dauerhaft etwas ändert, muss ich dem Thema Priorität einräumen.

Delegieren heißt Vertrauen lernen

Prioritäten zu setzen ist ohnehin eine der Kernaufgaben eines Unternehmers. Das betrifft auch den Einwand: „Ich habe nun einmal niemanden, der es machen könnte.“ Sind alle Mitarbeiter mit anderen Tätigkeiten ausgelastet, sollten sich Chefs fragen: Sind alle diese Aufgaben wichtiger als das, was ich gerne delegieren würde? Eine andere entscheidende Frage: Welche Aufgaben sollte ich zuerst delegieren? Fangen Sie in kleinen Blöcken an. Dabei können gerade kleine Firmen Tätigkeiten wie die Lohnbuchhaltung recht zügig an externe Partner abgeben.

Noch ein Hinweis zum Schluss: Wer Aufgaben abgibt, muss auch damit umgehen können, dass Fehler passieren. Humorvoll könnte man formulieren: Nicht nur Chefs machen Fehler. Es ist wichtig, dass der Unternehmer konstruktiv damit umgeht und sich auf Lösungen anstatt auf Schuldzuweisungen fokussiert. Delegieren erfordert Vertrauen.

(Quelle: www.impulse.de)