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Leisure Sickness: Warum man in der Freizeit krank wird und wie man vorbeugen kann

FOTONACHWEIS
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Es ist mehr als ein Mythos: Auffällig viele Menschen werden genau dann von einer Erkältung oder anderen Erkrankungen heimgesucht, wenn sie den Job für ein paar Tage hinter sich lassen. In der englischen Sprache gibt es sogar einen eigenen Ausdruck für das Phänomen: Leisure Sickness – zu Deutsch etwa Freizeitkrankheit. Gerade wurde eine erste deutsche Studie zu dem Thema veröffentlicht. Dieser zufolge leiden 22 Prozent der Deutschen darunter, verlässlich dann krank zu werden, wenn sie frei haben. Unter diesen sind Menschen aller Berufsgruppen. Selbständige sind genauso betroffen wie Führungskräfte oder Angestellte.

Die Ursachen von Leisure Sickness

Natürlich ist Leisure Sickness kein eigenes Krankheitsbild. Der Begriff bezeichnet einfach den Umstand, dass viele Menschen überdurchschnittlich häufig an Symptomen wie Schnupfen, Husten, Gliederschmerzen oder schweren Verspannungen leiden, wenn der Arbeitsalltag für eine Weile von ihnen abfällt. Vermutet wird, dass gerade solche Menschen unter Urlaubserkrankungen leiden, die ihr Wohlbefinden und ihre Gesundheit im Job unterordnen, sich also vorher den Ferien besonders auspowern und Krankheitssymptome ignorieren. Laut der deutschen Studie besteht auch ein Zusammenhang zwischen Perfektionismus und Leisure Sickness. Vor allem Selbständige sind gefährdet, alles möglichst bald und möglichst perfekt erledigen zu wollen. Sie gewöhnen sich einen Lebensstil an, in dem sie selten Feierabend haben und oft auch noch in der Freizeit mit Beruflichem zu tun haben.

Besser abschalten

Häufiger unter Leisure Sickness leiden laut der Studie Menschen, die auch im Urlaub oder am Wochenende per Mail oder beruflich Smartphone erreichbar bleiben. Viele schalten heutzutage auch im Urlaub kaum ab. Hinzu kommt, dass sich das Urlaubsverhalten verändert hat. Waren früher Ferien von drei Wochen am Stück üblich, verreist man heute eher für eine oder zwei Wochen. Die Kurzurlaube können aber selbst Stress erzeugen: Packen, Reisen, am neuen Ort einleben und dann schon wieder aufbrechen und auf den Arbeitsalltag vorbereiten – das hat oft wenig Erholungswert. Wer sich dann auch noch im Urlaub unter Druck setzt, besonders gut entspannen zu müssen, um wieder fit für den Job zu werden, stresst sich zusätzlich.

Zur Vorbeugung der Leisure Sickness gehört also, sich weniger unter Druck zu setzen, den eigenen Perfektionismus zu hinterfragen, Beruf und Freizeit besser zu trennen und das eigene Bedürfnis nach Ruhe und Erholung nicht langfristig zu ignorieren. Auch sollte man sich weder vor dem Urlaub auspowern, noch zu viel vom Urlaub erwarten. Auch ein sorgfältiges Delegieren vor Ferienantritt kann gerade für Führungskräfte und Unternehmer den Erholungseffekt deutlich erhöhen und Erkrankungen durch Überlastung vorbeugen.