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Googeln von Bewerbern: Was ist rechtlich erlaubt?

FOTONACHWEIS
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Es ist verführerisch: Da haben sich ein paar interessante Kandidaten auf eine neue Stelle beworben und Sie gucken jetzt mal schnell, was Sie über diese Menschen im Internet erfahren können. Die eine hat ein ziemlich häufig genutztes Facebook-Profil öffentlich gestellt, auf dem man einiges über ihre Hobbys, ihren Freundeskreis und ihre politischen Ansichten erfährt. Vom Anderen finden sich im Internet Fotos, die ihn als wildes Partyanimal zeigen. Personalverantwortliche vergessen dabei schnell, dass der Datenschutz in Deutschland streng geregelt ist.

Suchmaschinen-Recherche ist nicht erlaubt

Der Arbeitgeber darf sich über Bewerber nur auf berufsbezogenen Netzwerken wie LinkedIn oder Xing informieren, die eigens für die berufliche Selbstdarstellung ins Leben gerufen wurden. Darüber hinausgehende Recherchen sind jedoch verboten. Wer den Namen potentieller Mitarbeiter in eine Suchmaschine eingibt, begeht bereits einen rechtlich relevanten Akt. Datenerhebung ist nach dem Bundesdatenschutzgesetz nämlich nur dann erlaubt, wenn sie tatsächlich erforderlich ist. Es geht Personalverantwortliche und Arbeitsgeber nichts an, ob ein Bewerber 1998 Weltmeister im Bumerang-Werfen wurde, Star-Wars-Figuren sammelt oder einen veganen Foodblog betreibt.

Schadensersatzzahlungen sind rechtlich möglich

Zwar ist es in der Regel schwer nachzuweisen, aber theoretisch kann ein Unternehmen, das private Daten eines Bewerbers ermittelt hat, verklagt werden. Vor allem, wenn der Bewerber aufgrund dieser Erhebungen abgelehnt wurde, kann dieser Schadensersatz- oder Schmerzensgeldansprüche geltend machen oder eine Entschädigung wegen Diskriminierung einklagen. Auch wenn dieser Rechtsweg so gut wie nie gewählt wird, sollten sich Unternehmen für das Thema „Datenschutz“ sensibilisieren und alleine schon aus Anstandsgründen, das Ausspähen potentieller Mitarbeiter unterlassen. Besser ist es, ein gut strukturiertes Bewerbungsgespräch zu führen. Und auch in diesem gilt: Fragen nach dem Privatleben muss kein Kandidat beantworten.