Das Unternehmerportal der Berliner Volksbank
Arbeiten

Feierabend: Dürfen Angestellte in ihrer Freizeit tun und lassen, was sie wollen?

FOTONACHWEIS

© Marco2811 - Fotolia.com

Artikel 2 des Grundgesetzes gewährt jedem Menschen das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit. Demnach es jedem Arbeitnehmer gestattet, seine private Lebensgestaltung selbst zu bestimmen.

Tritt der Staat als Arbeitgeber auf, kann es hier allerdings Einschränkungen geben. Wer im öffentlichen Dienst arbeitet und gleichzeitig Mitglied einer Partei ist, die verfassungswidrige Ziele verfolgt, muss damit rechnen, entlassen zu werden.

Auch Arbeitnehmer in Kirchen, Gewerkschaften, Arbeitgeberverbänden oder Parteien sind nicht gänzlich frei in ihren Aktivitäten jenseits des Jobs.

Beschädigt ein Arbeitnehmer in seiner Freizeit die Glaubwürdigkeit seines Arbeitgebers – indem er sich zum Beispiel öffentlich gegen dessen ideelle Grundüberzeugung äußert – so kann der Chef dagegen vorgehen.

Im Allgemeinen jedoch urteilen Arbeitsgerichte häufig im Sinne der Arbeitnehmer.

So darf der Chef nicht verlangen, dass sein Mitarbeiter in der Freizeit von bestimmten sportlichen Hobbys Abstand nimmt. Für das Bundesarbeitsgericht ist selbst das Drachenfliegen keine der „besonders gefährlichen Sportarten“.

Wenn Freizeitaktivitäten eines Mitarbeiters jedoch den Ruf des Unternehmens gefährden, ist das für den Arbeitgeber relevant. Eine Kündigung ist jedoch immer das letzte Mittel; zuvor muss immer eine Abmahnung erteilt werden.

Leidet die Leistungsfähigkeit eines Arbeitnehmers unter dessen Freizeitaktivitäten, so kann das Interesse des Unternehmens ebenfalls über dem Persönlichkeitsrecht stehen.

Wer also seine Nächte im Casino verbringt und Spielschulden mehrt, und in der Folge tagsüber kaum ansprechbar ist, darf damit rechnen, dass sein Freizeitverhalten rechtliche Konsequenzen hat.