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Ausstieg auf Zeit: Was Unternehmen beim Thema Sabbatical beachten müssen

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Neue Projekte verfolgen, eine langersehnte Weltreise machen oder einfach mehr Zeit für Familie und Hobbys haben: Berufliche Auszeiten, sogenannte Sabbaticals, spielen im Arbeitsleben eine immer größere Rolle. Während sich in den USA viele Arbeitnehmer den Traum von der Karrierepause erfüllen können, ist es in Europa noch lange nicht üblich, den Schreibtisch für längere Zeit zu verlassen. Diese Form von Flexibilität wird den Unternehmern künftig jedoch verstärkt abverlangt werden. Wer den Wettbewerb um die Talente gewinnen will, muss potentiellen Mitarbeitern etwas bieten können. Und so sollte sich jedes Unternehmen rechtzeitig darüber informieren, wie Auszeiten geregelt werden können, ohne dass die Firma Nachteile erleidet.

Für die finanzielle und betriebliche Organisation eines Sabbaticals gibt es verschiedene Modelle. Zum einen kann ein Arbeitnehmer Überstunden oder Urlaubstage ansparen, die später in Form eines Sabbaticals abgegolten werden können. Der Mitarbeiter kann aber auch über einen bestimmten Zeitraum hinweg auf einen Teil seines Gehaltes verzichten. Im Anschluss kann er die Jobpause einlegen, wobei er wiederum nur einen Teil seines Gehalts erhält. Und schließlich gibt es die Möglichkeit des unbezahlten Urlaubs. Ein Arbeitnehmer muss sich in diesem Fall selbst um seine Sozialversicherung kümmern, sofern er mehr als vier Wochen unbezahlten Urlaub nimmt.

Unternehmer, die ihren Mitarbeitern ein Sabbatical als prinzipielle Option offen halten möchten, sollten ein paar Punkte beachten. An erster Stelle stehen hier transparente und nachvollziehbare Regelungen. Es sollte etwa klar festgelegt werden, wie lange im Voraus ein Sabbatical angemeldet werden muss. Weniger als drei Monate sind dabei unter Umständen von Nachteil, denn es muss in aller Regel eine Vertretung organisiert werden. Mit dem Mitarbeiter und seiner Vertretung sollten alle Modalitäten und Verantwortlichkeiten rechtzeitig geklärt werden. Beim Thema Vertretung bieten sich durchaus auch Chancen für das Unternehmen: Hier lässt sich prüfen, an welcher Stelle sich andere Mitarbeiter bewähren und mit wichtigen Projekten betraut werden können.

Wenn es unmöglich scheint, einen Mitarbeiter für ein ganzes Jahr ziehen zu lassen, so sollte man überlegen, ob sich kürzere Sabbaticals, etwa im Umfang von drei Monaten, organisieren lassen. Die Umsetzung der Auszeit wird weniger aufwändig sein, und oft kann sich das Untenehmen behelfen, ohne eine personelle Umbesetzung vornehmen zu müssen.

Letztlich kann es sich für ein Unternehmen als nützlich erweisen, beim Thema Sabbatical Entgegenkommen zu signalisieren. Denn nach einem Sabbatical kommen Mitarbeiter in der Regel erholt, leistungsfähig und motiviert zurück. Viele Menschen haben neue Impulse erhalten, Fremdsprachen gelernt und allgemein an Lebenserfahrung gewonnen. Selbst diejenigen, die ihre Pläne für eine Auszeit niemals umsetzen, gehen unter Umständen entspannter an den Arbeitsplatz: Mit dem Wissen nämlich, dass es prinzipiell machbar ist, einmal der üblichen Routine zu entgehen.