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Portraits

Leidenschaftliche Hoteliers:
Die Mandala-Manager Christian Andresen und Lutz Hesse

FOTONACHWEIS

© Joachim Donath

„Mandala“ werden kreisförmige Bildnisse aus asiatischen Kulturkreisen genannt, die sich durch ihre Farben und Formen auf die menschliche Psyche wirken und die Konzentration auf ihre Mitte lenken.

Die beiden „Mandala“-Hotels von Christian Andresen und Lutz Hesse am Potsdamer Platz und in der Friedrichstraße machen genau das: Sie wirken durch perfekt ausgesuchte Farben, Formen und Düfte innerhalb des Hotels besänftigend und belebend auf die Psyche der Hotelgäste ein, so dass hier das ganzheitliche Befinden des Gastes im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit steht.

Die hohe Kunst des Wohlgefühl-Erzeugens

Zwar mussten die beiden Hoteliers ihre Visionen vom perfekten Hotel an die Realitäten der Gebäude anpassen, so dass sich beispielsweise der hochwertige Charakter der beiden 5-Sterne-Design-Hotels von außen zunächst gar nicht vermuten lässt. Doch haben Christian Andresen und Lutz Hesse mithilfe eines leidenschaftlichen und sensiblen Konzepts, hochwertigen italienischen Stoffen, einem feinem Gespür für die Bedürfnisse ihrer Gäste und entsprechenden Investitionen in Umbauten aus den vorhandenen Immobilien Wellness-Oasen geschaffen, die dem Traum vom perfekten Erholungsort inmitten der Großstadt sehr nahe kommen:

Im Gourmet-Restaurant „FACIL“ überdeckt beispielsweise das Rauschen großer Zimmerbrunnen die Gespräche der weiteren Gäste, die dank eines großzügigem Tischabstands genügend Privatsphäre haben und durch große Fensterfronten einen entspannenden Blick ins Grüne des terrassenähnlich angelegten Gartens genießen können. Die Wohlfühl-Atmosphäre des FACIL und die angenehme Leichtigkeit des Essens haben sich auch schon bei vielen Geschäftsleuten herumgesprochen, die hier zu Mittag essen, ohne Hotelgast zu sein.

Alternativ können sowohl Hotel- als auch auswärtige Gäste in der „QIU“-Lounge in Clubatmosphäre auf bequemen Polstersitzen für wenig mehr als zehn Euro einen frischen Salat essen – köstliches Mineralwasser inklusive – oder einen Drink nehmen, während sie dem städtischen Treiben rund um das Sony-Center zuschauen.

Auch der „ONO“-Spa-Bereich im elften Stock bietet sich nicht nur Hotelgästen als Ort der Ruhe und Erholung an. Hier warten professionelle weiße Massage-Liegen in hellen, großzügig geschnittenen Separées, eine holzverkleidete Terrasse mit Fussreflexzonen-Rundgang und ein Fitnessraum auf müde Geister, die neue Energie tanken möchten.

Überall sorgen ganz dezente, leicht aromatische Düfte für ein angenehmes Geruchserlebnis. Zudem erzeugen ein gläserner Fahrstuhl und verglaste Treppenhäuser eine kontinuierlich helle und leichte Atmosphäre. Nicht zuletzt wirkt das Personal offen und sympathisch, während es einen sehr aufmerksamen, aber unauffälligen Service anbietet, so dass sich hier sowohl Filmstars als auch als Geschäftsleute oder Touristen wohlfühlen können.

Die 157 Studios und Suiten sind individuell geschnitten, hochmodern eingerichtet und großflächig: Hier verfügt selbst das kleinste Studio über ein edles, geräumiges Bad und eine respektable Büroecke mit Schreibtisch, Bürostuhl und leistungsstarken Internetanschluss. Zudem sind alle Zimmer mit sichtbar hochwertigen Betten und feinsten italienischen Stoffen ausgestattet, die mal satinartig, mal mit erhabenen Kreisen oder luftig stets einen ganz eigenen Charakter haben. Auch hier sorgen die überwiegend weiße gehaltene Einrichtung mit braunen und metallfarbenen Farbtupfern sowie ein angenehm frischer Duft für ein leichtfüßiges Wellness-Gefühl.

Von der Pike bis zum Unternehmertum

Christian Andresen ist auf der Urlaubsinsel Sylt aufgewachsen und Lutz Hesse in der Schweiz. Beide haben eine Ausbildung zum Hotelfachmann absolviert. Lutz Hesse besuchte die renommierte Hochfachschule in Lausanne, deren Absolventen für ihre anschließenden Spitzenpositionen in erstklassigen Häusern bekannt sind. Dennoch waren beide keine Musterschüler, denen der Erfolg damals schon auf der Stirn geschrieben stand: Lutz Hesse beispielsweise erzählte lachend, dass er nun in einem Fachgebiet Talent beweist, in dem er auf der Schule am schlechtesten war: „planification technique“ – die technische Planung eines Hotelbetriebs.

Nach der Lehre haben Christian Andresen und Lutz Hesse unabhängig voneinander viel Erfahrung in diversen privat geführten Hotels gesammelt, unter anderem in London und Paris.

Die beiden heutigen Geschäftspartner hatten sich im Vier-Sterne-Hotel Madison in Hamburg kennengelernt, wo Lutz Hesse für Marketing und Christian Andresen für das Controlling zuständig war. Während der Schweizer dann ins Madison in der Berliner Friedrichstraße wechselte, ging der Sylter zunächst zurück ins Kempinski, wo er schon einmal tätig war.

Doch die beiden Hotelfachmänner blieben in Kontakt und als Daimler für das Gebäude neben dem Berlinale-Palast am Potsdamer Platz Mitte der neunziger Jahre Hoteliers suchte, witterten sie eine riesige Chance, bewarben sich und erhielten den Mietvertrag. Damals war noch gar nicht abzusehen, wie gut sich Berlin entwickeln würde, doch die beiden wussten, was sie konnten, hatten eine Vision, an die sie glaubten, und erkannten das Potenzial dieses erstklassigen Standorts. Selbstverständlich folgte zwar dann doch die ein oder andere schlaflose Nacht, aber die Zuversicht überwog bei Weitem.

Bodenständige Unternehmer zwischen Luxus und Sinnlichkeit

Tatsächlich wirken die beiden erfolgreichen Hoteliers, die zur Gründung erst Anfang dreißig waren und nun in den Vierzigern sind, geerdet, unaufgeregt, bodenständig, ehrlich, transparent und bescheiden.

Sie erklären, dass die Hotellerie ein hartes, personalkostenintensives Geschäft ist und der Aufbau eines Hotels leichter als das anschließende Halten des ausgezeichneten Niveaus.

Die jahrelange, kontinuierliche Bewahrung der exzellenten Standards sei die Königsdiziplin. Denn bei so vielen Zimmern sei klar, dass das Hotel nicht nur von ein paar reichen Stammkunden leben kann, sondern auch in Konjunkturflauten immer wieder eine Menge neuer Gäste anziehen muss. Dafür muss das gesamte Haus ideenreich in Top-Form gehalten werden.

Denn das ist ihr Alleinstellungsmerkmal: Während die meisten Hotels in Berlin entweder einen schönen Spa-Bereich oder eine attraktive Bar oder ein ausgezeichnetes Restaurant haben, liegt das Mandala-Erfolgsgeheimnis in dem Anspruch ganzheitlicher Qualität – dem Versuch der Rundum-Perfektion.

Und die zu halten, sei Jahr für Jahr ein Kampf, obwohl sie seit Jahren zehn Millionen Umsatz netto machen.

Was die beiden Hoteliers Jungunternehmern raten würden

Die Antwort auf die Frage, was Christian Andresen und Lutz Hesse Jungunternehmern mit auf den Weg geben würden, folgte schnell, entschlossen und kompakt:

Unabdinglich sei ein eiserner Wille, der unerschütterliche Glaube an sich und das Produkt, Disziplin sowie Resistenz gegen Größenwahn und vielversprechende Kredit- oder Expansionsangebote.

Überhaupt helfe es, nicht allzu viel nach links oder rechts zu gucken und sich nicht von den Ratschlägen Dritter oder Trends verrückt machen zu lassen, sondern unbeirrt seinen Weg zu gehen.

Notwendig seien darüber hinaus Bescheidenheit und das Durchhaltevermögen für den rund fünf Jahre andauernden Aufbau von vertrauensvollen Geschäftsbeziehungen.

Wichtig seien auch die Einsicht, dass es nicht immer nur bergauf gehen kann, sowie die Einplanung entsprechender finanzieller Puffer. Eine transparente Buchführung und Planung gäbe hier Sicherheit und verhindere, die Substanz aus den Augen zu verlieren.

Sehr hilfreich sei auch die Partnerschaft mit einer zuverlässigen Bank: In ihrem Fall war das die Berliner Volksbank, die am Potsdamer Platz ihr Nachbar war und ihnen von ihrem Vermieter – Daimler – vermittelt wurde. Neben guten Kontakten sei es beruhigend, mit der Genossenschaftsbank einen Finanzier an der Seite zu haben, der auch in Krisenzeiten stabil ist.

Zukunftspläne

Obwohl Lutz Hesse und Christian Andresen schon viel herumgekommen sind, ist und bleibt Berlin für sie ein toller Ort für ein eigenes Hotel, zumal die Stadt ganz unterschiedliche, viele schöne Ecken hat. Insofern spielen die Zukunftsvisionen der beiden Hoteliers in Berlin:

Hier träumen sie von besseren räumlichen Möglichkeiten, mit denen sie noch wesentlich innovativere Ideen realisieren könnten: Beispielsweise einen angeschlossenen Kindergarten, einen medizinischen Servicebereich und Ruheräume für die Mitarbeiter. Oder eine Probierküche!

Wir sind gespannt, was Lutz Hesse und Christian Andresen noch alles auf die Beine stellen.